02-Auslauf-MBB-Genehm-1a2014-08-14.  Für die Kreismülldeponie Sansenhecken in Buchen, in Betrieb seit 1983, war die Einlagerung von Hausmüll ein wichtiger betrieblicher und wirtschaftlich bedeutsamer Bestandteil. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben dürfen seit 2005 nur noch mineralische bzw. inerte Abfälle deponiert werden. Hausmüll und Gewerbemüll wird hier seitdem lediglich umgeschlagen und in externen Anlagen behandelt.

Vor dem Hintergrund einer wirtschaftlichen Auslastung des Standortes wurde 2008 ein neues Projekt in die öffentliche Diskussion gebracht: Die neu gegründete „Mineralstoff-Behandlung Buchen GmbH" (MBB) hatte das Ziel, eine Anlage für die mechanische Behandlung verschiedener mineralischer Abfallströme zu errichten. Erste Informationen über dieses Projekt wurden 2008 an die Öffentlichkeit weitergegeben, Planungsbeginn war 2009, die Genehmigung vom Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) wurde 2011 erteilt.

Dieses Projekt stieß jedoch in der Bevölkerung auf Widerstand. Im Laufe des Genehmi-gungsverfahrens, in dem auch ein öffentlicher Erörterungstermin stattfand, wurden seitens der MBB Zugeständnisse gemacht, die auch über die gesetzlichen Vorgaben hinausgingen (eingeschränkter Stoffkatalog, Aufgabe des Außenlagers). Aufgrund dieser geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und einer zunehmenden Entspannung auf dem Anbietermarkt wurde die Realisierung dieses Projektes zurückgestellt. 2012 wurde in einem Pressegespräch bereits darauf hingewiesen, dass das Projekt nur umgesetzt werden könne, wenn durch den Betrieb der Anlage keine wirtschaftlichen Risiken entstehen würden.

Die im Juni 2011 erteilte Genehmigung des Regierungspräsidiums läuft Mitte August 2014 aus. Die AWN bzw. die MBB wird keinen Gebrauch von dieser Genehmigung machen und auch keine Verlängerung beantragen. Die AWN sieht, das hat auch die Entwicklung der vergangenen Jahre gezeigt, große Potentiale in den Bereichen regionales Stoffstrommanagement und erneuerbare Energien, und wird hier in der Zukunft neben den klassischen abfallwirtschaftlichen Themen die Schwerpunkte setzen.
Zu den Bildern:

Die Anlage für die mechanische Behandlung verschiedener mineralischer Abfallströme war in einer der beiden Hallenhälften vorgesehen. Auf diesem Areal soll nun nach aktuellen Planungen ein Biomassezentrum entstehen.

 

 

 
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