10 l 2016 Icon NWN MerchBesuch112016-11-18.  Das Rad nicht neu erfinden, sondern von den Erfahrungen in Zusammenhang mit bereits durchgeführten Projekten profitieren – unter diesen Vorzeichen besuchte am 18. November eine Delegation aus dem Wertheimer Ortsteil Nassig das Nahwärmenetz in Ravenstein-Merchingen. Schon seit Jahren arbeitet die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (HOT) eng zusammen.

Diese Infofahrt wurde von Frank Künzig, Geschäftsführer der Energieagentur Main-Tauber-Kreis und damit der dortige Vertreter der HOT, angeregt und auch organisiert. Mit dabei waren Vertreter der Stadtverwaltung und der Stadtwerke Wertheim.

Vor Ort in Merchingen erläuterten der Projektleiter Anton Fleischmann sowie der Leiter Unternehmenskommunikation Martin Hahn die Heizzentrale sowie das dazugehörige Nahwärmenetz. Betreiber ist die Energie Neckar-Odenwald GmbH (ENO), ein Tochterunternehmen der AWN. Aktuell sind rund 50 öffentliche und private Gebäude am Nahwärmenetz angeschlossen. Fleischmann erläuterte, dass man aktuell für eine Netzerweiterung weitere Wärmekunden „gewinnen“ wolle.

Frank Künzig erklärte, dass man sich in Nassig momentan auch Gedanken über ein Nahwärmenetz mache – dabei stünden die Chancen sehr gut: In Zusammenhang mit einer neuen Heizungsanlage für die derzeit in der Planung befindliche neue Wildbachhalle könnten bei einer etwas größer ausgelegten Pellet- oder Hackschnitzelzentrale auch mehrere Gebäude im Teilort mit Wärme versorgt werden. Die betroffenen Bürger stünden einer solchen Innovation sehr positiv gegenüber. Deshalb sei ein solcher Besuch, so Künzig weiter, die ideale Gelegenheit eine solche Anlage zu begutachten und Fragen zu stellen – davon wurde auch rege Gelbrauch gemacht.

Im Merchinger Schloß, das übrigens auch am Nahwärmenetz angeschlossen ist, folgten dann verschiedene Vorträge mit weiteren interessanten Informationen. Während Projektleiter Anton Fleischmann nochmals die Technik des Merchinger Nahwärmenetzes erläuterte, ging Frank Künzig auf die Gegebenheiten in Nassig ein und spannte den Bogen bis hin zum Klimaschutz und regionaler Wertschöpfung. Bioenergiebotschafter und ehemaliger Bürgermeister von Ravenstein Horst Weber ließ nochmals die damaligen Argumente, die zum Bau dieses Nahwärmenetzes geführt hatten, Revue passieren. Er machte deutlich, dass mithilfe eines solchen Netzes viel mehr „Geld im Dorfe bleibe“ als bei der Verwendung von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas. Die Heimreise traten die Bürger aus Nassig mit interessantem Hintergrundwissen und der Erkenntnis an, dass ein Nahwärmenetz in ihrem Ortsteil eine ernstzunehmende Option sei, mit der man sich weiter befassen sollte.

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