19 l 2020 ICON doppel BET im Sommer2020-06-24.  Bei den gegenwärtigen sommerlichen Verhältnissen kann Leben in die Bioenergietonnen mit dem grünen Deckel kommen. Zunächst einmal sei gesagt, dass die kleinen weißen, in Scharen auftretenden Maden nicht gesundheitsgefährlich sind. Es sind Fliegenlarven, die wenige Tage nach der Eiablage schlüpfen und sich nach ca. einer Woche verpuppen, bevor sie als neue Fliegengeneration wieder schlüpen. Abgesehen vom unangenehmen Anblick ist nichts von ihnen zu befürchten. Dennoch erschrickt mancher, wenn er sie an heißen Sommertagen in der Bioenergie-Tonne entdeckt.

Die sommerlichen, hohen Temperaturen fördern eine vorzeitige Vergärung schon in den Bioenergie-Tonnen, obwohl diese doch erst in der Behandlungsanlage einsetzen sollte. Was lässt sich dagegen tun? Ganz einfach: Maßnahmen, die einen biologischen Abbau der Abfälle verzögern; denn nichts anderes sind Vergärungs- und Faulungsvorgänge.

Wo möglich, sollten die Bioenergie-Tonnen schattig und kühl stehen: Unter Bäumen und Büschen, an der Nordseite des Hauses, unterm Carportoder notfalls auch in der Garage. So wie hohe Temperaturen den biologischen Abbau der Abfälle fördern, so verzögern ihn tiefe Temperaturen. Die biologischen Abbauvorgänge finden ja nicht "von selbst" statt, sondern im Wesentlichen durch mikroskopisch kleine Lebewesen: Bakterien und Pilze. Die fühlen sich, ähnlich wie wir Menschen eher in wärmeren Gefilden wohl. Anders als bei uns Menschen aber sind für etliche Kleinstlebewesen auch noch Temperaturen um die 60 Grad im Wohlfühl-Bereich. Ein eher kühler Standort macht also Sinn.

Neben den verfügbaren Nährstoffen, also den Abfällen in der Bioenergie Tonne, ist ein weiterer begrenzender Faktor für biologische Abbauvorgänge die vorhandene Menge an Wasser. Wie bei uns Menschen geht auch für die Kleinstlebewesen nichts "ohne". Flüssige Abfälle, wie Reste von Soßen, Suppen oder Salat-Dressings gehören grundsätzlich nicht in die Bioenergie-Tonnen, sie sind ein Fall für den Ausguss. Bestimmte Obst- und Gemüsereste wie Melonen, Tomaten und Gurken neigen aber insbesondere bei Verderb zu starkem Austropfen. Derartige Abfälle sollten portionsweise in Papier verpackt in die ohnehin schon mit Zeitungspapier, Eierkartons oder Obstschalen aus Papierschliff ausgelegten Vorsortierer und Bioenergie-Tonnen gefüllt werden. Für das Einwickeln der Einzel-Portionen können auch Papiertüten vom Bäcker, Metzger oder Wochenmarktstand genutzt werden. Das Aufsaugen von Nässe trägt deutlich zur Sauberkeit der Vorsortiergefäße bei. Es beugt der Entwicklung von Gerüchen vor, und macht die Vorsortiergefäße samt Inhalt auch weniger einladend für unerwünschte Bewohner, wie Fliegen, Wespen und deren Nachkommen. Zusätzlich sollten die Bioabfälle möglichst locker eingeschichtet, und keinesfalls in die Gefäße eingepresst werden.

19 l 2020 BET im Sommer

 

Weitere Praxistipps:

  • Deckel schließen
    Den Deckel von Vorsortier-Eimer und Bioenergietonne immer geschlossen halten, damit keine Fliegen und andere Insekten angezogen werden. Fliegen und Maden hält man außerdem fern, indem der Tonnenrand ab und zu mit Essig besprüht oder abgewischt wird. Ist der Deckelrand möglichst sauber, wird er nicht zum bevorzugten Eiablageplatz.
  • Reinigung
    Verschmutzte Bioenergie-Tonne bei Bedarf mit Wasser reinigen.
  • Nach der Entleerung
    Saugfähiges Papier (kein Farb-/Hochglanzpapier) in die Bioenergie-Tonne geben. Neben Zeitungspapier eignen sich hierfür auch alte Eierkartons und gebrauchtes Packpapier. Das saugt die Feuchtigkeit auf und erschwert daher die Lebensbedingungen für Insekten.
  • Eiweißhaltige Lebensmittelreste
    Stark eiweißhaltige Lebensmittelreste immer in Zeitungspapier einwickeln (Fisch, Fleisch, Eier, Wurst, Milchprodukte wie Käse oder Joghurt). Diese Lebensmittelreste locken besonders gern Fliegen an. Keine Plastiktüten verwenden.

 

 

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