Aus der Region, für die Region – unter diesem Motto werden im Biomassezentrum der AWN im Entsorgungszentrum Sansenhecken in Buchen wertvolle Komposte und Edelsubstrate wie beispielsweise die Terra Preta hergestellt.
Dieser Tage waren Vertreter der Bauhöfe verschiedener Gemeinden des Neckar-Odenwald-Kreises, unter anderem auch Rosenbergs Bürgermeister Ralph Matousek, im Rahmen eines Infotages vor Ort, um sowohl die verschiedenen Produkte als auch die Herstellungsverfahren zu sehen. Nach der Begrüßung durch Martin Hahn, AWN-Unternehmenskommunikation und Tom Eberle, Leiter Biomassezentrum, war der Start am Grüngutplatz:
Hier konnte man sehen, wie das Sammelfahrzeug mit dem Kran das Material bereits vorsortieren, verladen und auch noch platzsparend zusammendrücken kann. „Je nach Jahreszeit rund zehn bis fünfzehn Tonnen sind eine Fuhre“, so Eberle.
Weiter ging es zur Pyreg-Anlage, mit der aus regionalen Hackschnitzeln hochwertige Pflanzenkohle hergestellt wird. Diese wird sowohl für die Herstellung des Edelsubstrates Terra Preta, als auch zur Beimengung in Tierfutter durch Futtermittelhersteller eingesetzt. Doch auch landwirtschaftliche Betriebe, insbesondere in der Schweiz, setzen diese Kohle als Zusatz zum Stalleinstreu ein, um Gerüche zu minimieren und gleichzeitig den entstehenden Mist noch wertvoller zu machen.Besonders interessant für die Profis aus den Bauhöfen war der Weg des Grüngutes auf der Anlage, technischer Leiter Harald Schäfer, Mitarbeiter Lukas Farrenkopf und Sven Lindner, zuständig für Beprobungen, standen ebenfalls für Fragen zur Verfügung. Von den rund 25 000 Tonnen, die im NOK alljährlich anfallen, werden rund 15 000 Tonnen im Biomassezentrum verarbeitet. Die Maschinenkombination aus Schredder und Sternsieb, Tageskapazität bis zu 800 Tonnen, trennt das Material in Brennmaterial für Großfeuerungsanlagen und Feinmaterial für die Herstellung von Komposten. Letzteres wiederum wird zum Großteil in einem Hygienisierungsprozess zu Frisch- und Fertigkompost für „Acker und Beet“ bzw. zum kleineren Teil in Edelkomposte wie Terra Preta oder Nährhumus weiterverarbeitet.
Dieser Prozess fand besondere Beachtung: Aus regionalem Material wie das erwähnte Feinmaterial von den Grüngutplätzen, Mist, lehmhaltiger Erde, Pflanzenkohle und frischem Grün entsteht in rund zehn Wochen die dunkle und krümelige Terra Preta. „Pflanzerde gibt es ja schon immer“, erläutert Martin Hahn, „aber wir produzieren diese Edelsubstrate mit extrem hoher Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit ohne Torf und ohne synthetischen Dünger“. Für dieses Verfahren „gelenkte aerobe Kompostierung nach Hildebrandt“ ist der Wender „Gujer“ aus der Schweiz im Einsatz, der die Mieten mit Sauerstoff und Wasser aus der eigenen Zisterne versorgt. Insbesondere die Terra Preta dürfte für viele Gemeinden eine sinnvolle und am Ende auch kostensparende Alternative zu „üblicher Pflanzerde“ sein, da die hohe Wasserspeicherfähigkeit selteneres Gießen bewirken kann. Auch die Hackschnitzel „DEKRA zertifiziert als Fallschutz für Spielplätze“ und der Rindenmulch sind wichtig für Bauhöfe.
Ziel dieses Infotages war auch der Erfahrungsaustauch mit den Bauhöfen; was fehlt, was kann die AWN verbessern und stimmt das Produktsortiment. Hier stellte sich heraus, dass insbesondere für Baumpflanzsubstrate und „Kompost-Erde-Sandgemische“ regelmäßiger Bedarf bestehe. Abschließend konnte Anton Fleischmann, Energie- und Klimaschutzmanager der Stadt Eberbach, über positive Erfahrungen beim Einsatz von Terra Preta in Blumenkübeln und Beeten in Eberbach berichten: Gutes Pflanzengedeihen und selteneres Gießen würden für dieses Edelsubstrat sprechen. Abschließend konnte jeder Teilnehmer einen Eimer mit Terra Preta mitnehmen, bevor man zum gemütlichen Abschluss mit Weißwurstfrühstück überging.